Allgemeines zur Telefonie

Als Telefonie wird Sprachkommunikation bezeichnet, die über bestimmte technische Vorrichtungen erfolgt. Zum ersten Mal geschah dies im Jahr 1860 durch den Forscher Philipp Reis. Die Übertragung von Sprache kann zum einen durch analoge, zum anderen durch digitale Telefondienste erfolgen. Analoge Telefonie war über viele Jahrzehnte die einzige Telefonie, bis in den siebziger Jahren digitale Technik das Telefonnetz erreichte.

Analoge Telefonie wird auch als Plain Old Telefone Service (POTS) bezeichnet, was so viel wie einfacher, alter Telefondienst bedeutet. Wie der Name schon erahnen lässt, ist analoge Telefonie komplett leitungsbasiert. Über die Leitungen erfolgt der Sprachverkehr mit 0,3 bis 3,4 kHz. Neben Sprache können mithilfe eines Modems auch andere Daten übertragen werden, unter anderem in Form eines Faxes. Zwischen den jeweiligen Teilnehmern musste in den ersten analogen Telefonnetzen eine elektrische Verbindung bestehen.

Digitale Telefonie kann auch über ein Telefonnetz erfolgen, der internationale Standard wird hierbei als Integrated Services Digital Network bezeichnet, kurz ISDN. Über die Anschlussleitungen dieses Netzwerkes können neben der Sprache auch Daten, Text und Bilder übertragen werden. Verschiedene Dienste wie Teletex, Datex-L und Datex-P werden ebenfalls unterstützt. Ein- und derselbe Anschluss kann also von mehreren, verschiedenen Endgeräten genutzt werden. Da die analogen Vermittlungsstellen nach und nach durch digitale Technik ersetzt wurden, konnte die Leistungsfähigkeit verdoppelt werden, und auch die Fernübertragung ist schneller und komfortabler geworden. In Deutschland ist ISDN seit 1989 verfügbar, seit 1997 flächendeckend. Damit ist das gesamte Netzwerk auf digitale Technik umgestellt.

Eine weitere Technik zum Telefonieren ist der Mobilfunk, der inzwischen vorwiegend über Handys und deren weiterführende Ausgestaltungen wie Smartphones oder Blackberrys vorgenommen wird. Bei Mobiltelefonen unterscheidet man vor allem zwischen den Standards GSM und UMTS, wobei sich UMTS nie wirklich durchzusetzen vermochte. Obwohl UMTS deutlich höhere Übertragungsraten als die meisten anderen Standards bietet, führten die hohen Lizenzkosten und damit hohen Gebühren zu wenig Kundenandrang und letztlich zu Liquiditätsproblemen bei vielen Anbietern. GSM hingegen ist der am meisten verbreitete Mobilfunk-Standard und ist in Deutschland Grundlage der D- und E-Netze. Weltweit haben GSM-Mobilfunknetze einen Anteil von ca. 78 % aller Mobilfunkkunden.

Immer populärer wird inzwischen die Telefonie über Computernetzwerke, auch IP- oder Voice-Telefonie genannt. Sie basiert auf Internet-Standards, wobei eine Verbindung über spezialisierte Telefongeräte, spezielle Adapter, normale Telefone und natürlich vor allem Computer die Verbindung herstellen können. Der Telefondienst kann so auf IP-Infrastruktur realisiert werden und macht damit einen Großteil der herkömmlichen Telefon-Technologien ersetzbar. Insgesamt soll dies zu einer Vereinheitlichung und Kostensenkung führen. Zur Zeit existieren neue und alte Techniken parallel, und es wird in Zukunft mit Sicherheit zu einem sanften Übergang kommen.

Telekommunikationsgeräte, wie Handys oder das Internet sind inzwischen ein wichtiger Teil der Gesellschaft und aus der Infrastruktur gar nicht mehr wegzudenken.