Mit Navigationsgeräten gegen „Reichweiten-Angst“
Ein auf GPS-Daten basierendes Navigationssystem könnte Medienberichten zufolge die Reichweite von Elektrofahrzeugen um mindestens zehn Prozent ausdehnen. Entsprechende Versuche werden derzeit von einem Forschungsteam der Universität von Kalifornien in Riverside durchgeführt.
Über einen Algorithmus innerhalb des Öko-Leitsystems wird der energiesparendste Weg zum gewählten Zielort berechnet. Als Basis dieser Kalkulationen dient eine Kombination aus Daten wie
- aktuellen Verkehrsinformationen,
- Art und Beschaffenheit der befahrenen Straße(n),
- Gewicht von Insassen und Beladung sowie
- aktuellen Wetterbedingungen.
Die heutigen GPS-Systeme können energieeffiziente Routen auf Basis der Streckenlänge und der geschätzten Fahrtzeit berechnen. Manche wählen alternative Strecken, wenn der Verkehr stockt, um Sprit zu sparen. Die meisten sind jedoch noch nicht in der Lage, Wegbeschreibungen zu liefern, die explizit Energieverbrauch oder eine Verringerung Luft verpestender Autoabgase berücksichtigen.
Eine Forschungsgruppe am Zentrum für Umweltforschung und Technologie – dem Center for Environmental Research and Technology – der Universität von Kalifornien erhielt nun einen Zuschuss von 95,000 US-Dollar (ca. 78,40 Euro), um besagten Algorithmus zu entwickeln. Hierfür müssen Daten gesammelt werden zum Energieverbrauch von Elektroautos unter verschiedenen, realen Fahrbedingungen.
Gegen die „Range Anxiety“
Der Nutzen dieser Studie und der daraus folgenden technischen Entwicklungen ist groß für Elektrofahrzeuge, da diese nur über eine geringe und oft schwankende Reichweite verfügen – je nach beschriebenen Faktoren. Laut einem Test der Umweltschutzbehörde, der Environmental Protection Agency, kommt z.B. der Nissan Leaf mit einer Stromladung je nach Bedingungen zwischen 47 bis 138 Meilen weit. Viele Fahrer von Elektroautos kennen daher die „Range Anxiety“ – die Angst, die Reichweite des Elektromotors vor Erreichen des Fahrtziels und fern der nächsten E-Tankstelle erschöpft zu haben. Das beschriebene Projekt könnte hier dem ein oder anderen neuen Frieden bei der Fahrt geben.
Mit dem zugrundeliegenden Algorithmus, der derzeit noch in der Entwicklung steckt, könnte es noch eine Weile dauern, bis die Technologie in den Elektroautos der Zukunft eingesetzt würde. Dennoch: bei der typischen Reichweite von Elektrofahrzeugen, die wild variiert je nach Verkehr, Straßenart und Wetterverhältnissen, kann selbst ein Plus von zehn Prozent einen großen Vorteil bringen. Zehn Prozent können der kleine Unterschied sein zwischen der Ankunft am Zielort oder an der nächsten Ladestation und dem ungewollten Stopp am Straßenrand mit einem leeren Akku.
Foto: Trip from Copenhagen to Hiltel in Mühlhausen von jacobms, CC-BY
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