Handy-Benutzer irren, was ihre Privatsphäre angeht
Entgegen der weit verbreiteten Akzeptanz zunehmend liberaler Datenschutzrichtlinien, will die Mehrheit der Verbraucher nicht, dass ihre Daten gespeichert werden, ihre Bewegungen im Netz verfolgt oder ihr Verhalten analysiert wird. Laut einer amerikanischen Studie ist die Mehrheit der Meinung, weitaus mehr Privatsphäre zu haben, als es tatsächlich der Fall ist, und spricht sich einheitlich gegen die weitest verbreiteten Formen der Datenerhebung aus.
Nichts ist privat
Die meisten Menschen glauben, ihre auf dem Handy hinterlegten Daten sind privat – ebenso privat wie Informationen auf ihren heimatlichen Computern. Dies ist jedoch nicht der Fall, zumindest im Bezug auf die Inhalte, auf die Apps und Webseiten Zugriff haben. Handys enthalten oft Informationen wie z.B. persönliche Gerätemerkmale oder ganze Adressbücher voller Daten, die mit den „richtigen“ Einstellungen von Apps eingesehen werden können. Die meisten Befragten zeigten sich auch überrascht, wie „aufmerksam“ ihr Handy ist: von 56 Prozent, die per Handy aufs Internet zugreifen, glaubten nur 37 Prozent, dass ihr Gerät diese Informationen sammelt und speichert. Dabei ist es durchaus üblich, dass besuchte Webseiten oder Handy-Apps auf Daten zugreifen, sie verfolgen und abspeichern. Dies ist weit verbreitete Praxis und meist fein säuberlich so in den Datenschutzrichtlinien aufgeführt – die, schaut man sich Umfrageergebnisse an, nie ein Mensch zu lesen scheint. Somit scannt Google weiterhin alle E-Mails; Facebook führt immer noch Buch über Likes und verrät dies heimlich allen Freunden; eine Shopping-Seite merkt sich das neue Batman T-Shirt, das sich angesehen wurde, und die Werbemacher garantieren, dass beim nächsten Besuch ein Pop-up-Fenster daran erinnert.
Apps und Webseiten entschuldigen sich über „Faulheit“ ihrer Nutzer
Die Studie liefert interessante Zahlen an die Unternehmen, die diese Informationen sammeln. Google argumentiert, dass die Mehrheit der unter Beschuss stehenden Einstellungsseiten für Privatspähre & Co. meist unberührt und unverändert bleiben. Googles Erklärung ist, dass die meisten Nutzer zielgerichtete Werbung mögen oder sich zumindest davon nicht stören lassen. Diese Aussage steht absolut im Gegensatz zu den Aussagen der Studie, die zeigt, dass im Allgemeinen der Handy- und Internetnutzer sich nicht wohl fühlt bei dem Gedanken an die Menge der Daten, die über sie gespeichert sind, und die Art und Weise, wie sie erhoben wurden.
Bild: Untitled von » Zitona «, CC-BY
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